Photovoltaik trotz auch Stürmen

Veröffentlicht am 2014-06-03
Dies ist nicht die richtige Stelle, um die Vorzüge der erneuerbaren Energien zu wiederholen.

 

Nur die standhaftesten Leugner des Klimawandels oder fanatischsten Vertreter der großen Ölgesellschaften weigern sich, die Rolle von Wind- und Solarenergie bei der Reduktion der Treibhausgasemissionen und der Gewinnung sauberer, verlässlicher elektrischer Energie anzuerkennen.

 

Was jedoch noch nicht so gut untersucht ist, ist die Stabilität von Solarmodulen, mit der die Auswirkungen von Wetterkatastrophen verringert werden können. Solche Ereignisse treten immer häufiger und heftiger auf — und sie betreffen unverhältnismäßig oft asiatische Länder.

 

Nach Angaben der Asian Development Bank entfiel in den letzten 20 Jahren die Hälfte der geschätzten weltweiten wirtschaftlichen Verluste aufgrund extremer Wetterereignisse auf diesen Kontinent. Diese Katastrophen kosten Asien geschätzte 53,8 Mrd. USD pro Jahr.

 

Viele Länder Südostasiens haben reagiert, indem sie fortschrittliche Richtlinien zur Förderung nachhaltigerer Energiequellen umgesetzt haben. So hat sich beispielsweise Thailand, ein Land, das oft unter Katastrophen, vor allem Überschwemmungen zu leiden hat, das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2021 25 % der Gesamtenergie des Landes aus erneuerbaren Energien zu gewinnen.

 

Dank Thailands geografischem Vorteil — nahe am Äquator mit einer durchschnittliche Sonneneinstrahlung von 5,05 kWh/m2 pro Tag — wurden erhebliche Investitionen in Solarenergieprojekte getätigt, mit denen bis 2021 eine Leistung von 2 GW generiert werden soll.

 

Suntech lieferte die Module für eines der größten PV-Felder in Südostasien, das 45 MW Sunny Bangchak-Projekt in der Provinz Phra Nakhon Si Ayutthaya. Das 40 km außerhalb von Bangkok angesiedelte Projekt gehört Bangchak Public Petroleum und besteht aus 157.200 Modulen.

 

Der erste Spatenstich für Sunny Bangchak erfolgte im August 2010 und der kommerzielle Betrieb des ersten 8 MW-Kraftwerks startete ein Jahr später.

 

Abgesehen von der Diversifizierung von Thailands Energiequellen konnten mit dem Projekt jedoch noch andere Ziele erreicht werden: das Projekt trägt dazu bei, Thailands Widerstandsfähigkeit gegen Naturkatastrophen bei der Energieversorgung zu erhöhen, wie mit der raschen Rückkehr ans Netz nach der Großen Flut von 2011 gezeigt wurde.

 

Die vom Tropensturm Nock-tenverursachte Überschwemmung brach im Juli herein und es dauerte sechs Monate, bis das Wasser überall abgeflossen war. Die Zahlen sind schockierend: 65 der 77 Provinzen des Landes wurden zu Katastrophengebieten erklärt, mehr als 800 Menschen kamen zu Tode und 13,6 Millionen Menschen waren von der Katastrophe betroffen. Die Weltbank schätzt die wirtschaftlichen Schäden und Verluste auf 1,425 Mrd. Baht (45,7 Mrd. USD), was diese Überschwemmung zur viertteuersten Katastrophe der Welt macht, übertroffen nur vom Erdbeben und Tsunami in Japan 2011, dem Kobe-Erdbeben 1995 und Hurrikan Katrina im Jahr 2005.

 

Auch Sunny Bangchak kam nicht ungeschoren davon. Ganz im Gegenteil: die Photovoltaikanlage stand für fast zwei Monate vollständig unter Wasser. Doch trotz der Schäden konnte der Solarpark rasch wieder in Betrieb gehen: Eine Leistung von 8 MW konnte 6 Monate nach Rückgang des Flutwassers und die volle Produktionsleistung im Juli 2012 wieder ins Netz eingespeist werden.

 

Nach der Überschwemmung wurden die Module mit neuen Suntech-Modulen ersetzt. Allerdings wurde bei einer Überprüfung der ausgetauschten Module festgestellt, dass der Großteil nicht nur voll funktionstüchtig, sondern in hervorragendem Zustand war. Diese älteren Module wurden dann von World MachineCentre Co., Ltd (WMC) aufgekauft und an Familien, Bauern, Tempel und Unternehmen im ganzen Land weiterveräußert.

 

Laut einem vom thailändischen Finanzministerium, der thailändischen Regierung und der Weltbank erstellten Bericht hatten Elektrizitätswerke in der Provinz Ayutthaya sowie Verteilernetzwerke und Vermögenswerte schwere Schäden in Höhe von 3,185 Mrd. Baht zu verzeichnen. Es dauerte 18 Monate, um die gesamte Infrastruktur zu reparieren und wieder in Betrieb nehmen zu können. Sunny Bangchak dagegen war innerhalb von sechs Monaten wieder online.

 

Diese Geschichte zeigt, dass Solaranlagen rasch wieder aufgebaut werden können.

 

Im Juni letzten Jahres wurde uns erneut die Anfälligkeit unserer Energieversorgung vor Augen geführt. Eine verheerende Überschwemmung im nordindischen Bundesstaat Uttarakhand beschädigte zehn wichtige Wasserkraftprojekte, die sich teils in Betrieb, teils noch in Bau befanden, schwer. Die Zerstörung war so schwerwiegend, dass viele davon möglicherweise niemals wieder aufgebaut werden. Weitere 19 kleinere Wasserkraftprojekte wurden vollständig zerstört.

 

Uttarakhand hat etwa 300 Sonnentage pro Jahr; das Potential für zuverlässige, robuste Solarenergie ist offensichtlich.

 

Die Welt — vor allem die Entwicklungsländer — wird sich daran gewöhnen müssen, mit solch destruktiven Klimaphänomenen umzugehen. Suntechs Erfahrungen mit Sunny Bangchak lehrt uns, dass Solarenergie den am meisten von Naturkatastrophen bedrohten Ländern die notwendige belastbare Energiequelle bieten und gleichzeitig Wachstum nachhaltiger vorantreiben kann.

 

Eric Luo ist Vorstandsvorsitzender des chinesischen Photovoltaikherstellers Wuxi Suntech.

 

Dieser Beitrag wurde im Rahmen der Serie „ThoughtLeaders“ veröffentlicht. Der ThoughtLeaders' Club von Recharge, einer internationalen Website und Zeitschrift für Wirtschaftsnachrichten im Bereich Erneuerbare Energien bringt führende Denker und Teilnehmer aus dieser Branche zusammen, um deren zentrale Herausforderungen zu erörtern.
© Copyright: Wuxi Suntech Power Co., Ltd Alle Rechte vorbehalten. Design By Panasia Information.